KfW Chancen Magazin

Prof. Dietmar Harhoff ist Direktor des Max-Planck-Instituts für Innovation und Wettbewerb in München. Einmal pro Jahr überreicht er Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Bericht darüber, wie es um die Innovationsfähigkeit der deutschen Wirtschaft bestellt ist. Vieles, was in dem Report steht, ist nicht gerade überschwänglich optimistisch. Im Gespräch mit KfW-Chefökonom Jörg Zeuner listet Harhoff deshalb auch eine Reihe von Defiziten auf, die vor allem der deutsche Mittelstand beim Anschluss an die Technologieentwicklung hat. Die Innovatorenquote sei rückläufig, so Harhoff, also die Zahl der Unternehmen, die in jüngster Vergangenheit Innovationen umgesetzt haben. Auch die KfW musste feststellen, dass die Innovationsausgaben im Mittelstand zwar nicht zurückgehen, aber von immer weniger Unternehmen erbracht werden. Ein alarmierendes Zeichen. Trotzdem blickt der MPI-Direktor nicht ganz pessimistisch in die Zukunft. „Ich bin eher darüber besorgt, dass es in Deutschland einen Wettbewerb im Zeichnen von Horrorszenarien gibt“, so Harhoff. Möge er recht haben.

Lesen Sie das ganze Doppel-Interview im KfW-Magazin Chancen, das man hier herunterladen kann.

Doppelinterview, KfW Magazin

Doppelinterview, KfW Magazin

Agentur: BP Content, Hamburg

Change Magazin: Reportage Mechelen

Mein erstes Interview mit Bart Somers, dem Bürgermeister von Mechelen, hatte ich im Herbst 2016 in Brüssel. Im Januar 2018 schickte mich das Change Magazin der Bertelsmann Stiftung noch einmal nach Belgien, um mir die Stadt anzusehen und noch einmal mit dem World Mayor 2017, dem besten Bürgermeister der Welt, zu reden.

Das Wunder von Mechelen

Mit dabei war der Hamburger Fotograf Achim Multhaupt. Drei Tage waren wir in der 90000-Einwohner-Stadt unterwegs und haben den lokalen Boxclub und das landesweit bekannte Jugendzentrum ROJM besucht, den Polizeichef und den Präsidenten des Fußballclubs Salaam Mechelen gesprochen oder einfach Leute auf der Straße angesprochen. Denn wir wollten wissen, was dran ist am „Wunder von Mechelen“. Hat es Bart Somers tatsächlich geschafft, in drei Amtszeiten aus der dreckigsten Stadt Belgiens einen Vorzeigeort zu machen, in dem die unterschiedlichsten Kulturen plötzlich friedlich und tolerant miteinander leben?

Mit Bart Somers in Mechelen | © Achim Multhaupt

Mit Bart Somers in Mechelen | © Achim Multhaupt

Um es vorwegzunehmen: Ja, die Story ist wahr, und Bart Somers hat sich nicht nur an einem Samstag Zeit für ein langes Interview genommen, sondern ist danach auch noch zwei Stunden mit uns durch die Stadt gelaufen, hat uns neu angelegte Parks und renovierte Sozialbauten gezeigt und die größte Moschee der Stadt gezeigt. Wie er dort empfangen wurde, hat besser als jedes Interview gezeigt, wie akzeptiert und vernetzt der liberale Politiker in der Stadt ist. Die Geschichte, die ich für das Change Magazin danach aufgeschrieben habe, sollte ein wenig von der Stimmung in der Stadt einfangen. Aber am Ende passt dann doch wieder nicht genug hinein, auch wenn es diesmal schon sechs Doppelseiten waren.

Das Change Magazin kann kostenlos bestellt werden.

 

Change Magazin: Reportage Mechelen

Change Magazin: Reportage Mechelen

Change Magazin: Reportage Mechelen

Change Magazin: Reportage Mechelen

Change Magazin: Reportage Mechelen

Change Magazin: Reportage Mechelen

Change Magazin: Reportage Mechelen

Change Magazin: Reportage Mechelen

Change Magazin: Reportage Mechelen

Change Magazin: Reportage Mechelen

Change Magazin: Reportage Mechelen

Change Magazin: Reportage Mechelen

 

Blogbeitrag Diversity Mechelen (Screenshot)

Das Erscheinungsbild unserer Städte und unserer Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert. Mit dem Zuzug von Flüchtenden aus dem Nahen Osten ist das auch visuell noch einmal deutlich sichtbarer geworden. Kulturelle Vielfalt – oder Neudeutsch: Diversity – ist die neue Normalität. Und sie wird nicht wieder weggehen. Alle Bürger einer Stadt, aber auch alle Mitarbeiter eines Unternehmens oder einer Administration werden damit umgehen müssen, alle werden sich an diese Realität anpassen müssen. Es ist nicht einfach, solche Anpassungsprozesse anzustoßen und zu unterstützen, aber es kann funktionieren. Und am Ende werden wir alle davon profitieren – das ist die Botschaft einer Reihe von Beiträgen, die ich für das Blog Vielfalt Leben der Bertelsmann Stiftung geschrieben hat.

Mit Bart Somers in Mechelen | © Achim Multhaupt

Mit Bart Somers (l.) unterwegs in Mechelen | © Achim Multhaupt

Wo 130 Nationalitäten gut zusammenleben

Ausgangspunkt war das Beispiel der belgischen Stadt Mechelen, die eine beinahe unfassbare Turnaround-Story vorzuweisen hat. Mechelen hat sich innerhalb eines Jahrzehnts vom Schandfleck zur blühenden Stadt und zum Vorbild für die Integration von Einwanderern gewandelt. In einer dreiteiligen Serie zeigt „Vielfalt leben“, wie sie das geschafft hat. Darin porträtiere ich Bürgermeister Bart Somers und seinen ungewöhnlichen Politikansatz, der darauf abzielt, die über 130 Nationalitäten der Stadt zusammenzubringen. Seine Erfolge bei diesem Bemühen haben ihm 2017 den „World Mayor“-Titel eingebracht, die Auszeichnung für den besten Bürgermeister der Welt.

Warum Diversity auch in Unternehmen gut ist

Die Wirtschaft spielt eine herausragende Rolle, wenn es um die Integration von Menschen aus anderen Kulturen geht. Aber sie bekommt dafür auch etwas zurück. Denn kulturell vielfältige Unternehmen sind innovativer – das hat die Bertelsmann Stiftung soeben in einer Metastudie bestätigt. Was man im Silicon Valley sehen kann, wo in den kreativsten Unternehmen Menschen aus aller Welt zusammenarbeiten, kann auch für die Fuchs & Hase KG aus Wiesengrund-Hintermberge funktionieren. Immer mehr Mittelständler sehen diesen Vorteil und beginnen damit, ein eigenes Diversity Management aufzubauen oder orientieren sich an den Leitlinien der Charta für Vielfalt. Angesichts einer vielfältigeren Gesellschaft und einem enormen Fachkräftemangel bleibt vielen Betrieben auch gar nichts anderes übrig, als von eingelebten Sichtweisen abzurücken.

Diversity in Unternehmen

Diversity in Unternehmen

Vielfalt ist eine Kommunikationsaufgabe

Sowohl für das gute Zusammenleben in Städten und Regionen als auch für die Bemühungen um die Akzeptanz von Vielfalt in Unternehmen gilt: Diversity ist auch eine Kommunikationsaufgabe. Die klassische Medienöffentlichkeit ist vor allem an den Konfliktfällen orientiert und vermittelt so ein verzerrtes Bild der Wirklichkeit. Hier können sich dann unbegründete Ängste und Vorurteile festsetzen. Die Stadt Barcelona hat dies schon lange erkannt und deshalb eine erfolgreiche Anti-Rumour-Strategie entwickelt, um Stereotype, Vorurteile und die vor allem von der Rechten verbreiteten Lügen zu bekämpfen. Dazu gehört aber auch, gesellschaftliche Gruppen zu adressieren, die in der täglichen Medienberichterstattung, die auf weiße, meist männliche und gesellschaftlich etablierte Akteure fixiert ist, systematisch ausgeblendet werden.

Bemühungen um Diversity werden belohnt

Sowohl Kommunen als auch Unternehmen müssen hier mehr Energie entwickeln, um das Zusammenleben besser zu gestalten und sich die Vorteile einer kulturell vielfältigen Belegschaft zu sichern. Diversity ist Teil unseres täglichen Lebens, aber oftmals noch nicht ausreichend Teil unserer Kommunikation. Entsprechende Maßnamen in der Unternehmenskommunikation müssen dabei sowohl nach innen als auch nach außen wirken. Denn attraktive Arbeitgeber zeichnen sich heute auch durch kulturelle Vielfalt und ein entsprechendes Diversity-Mindset aus, das auch gelebt wird. Kommunikationsmaßnahmen alleine sorgen nicht für die Lösung aller Probleme, klar, aber die Botschaft, das Vielfalt begrüßt und gelebt wird, muss immer wieder wirkungsvoll formuliert und kommuniziert werden, um die Stadt oder das Unternehmen fit für eine vielfältige Zukunft zu machen. Gut gelebte Vielfalt ist eine Bereicherung, und das muss das Ziel sein.

Concepts 1/2018, Cover

Während die Ausgabe 2/2017 gerade den Sprung auf die Shortlist des Wettbewerbs Best of Content Marketing 2018 geschafft hat, ist bereits die nächste Ausgabe von concepts, das Kundenmagazin der Hochtief-Gruppe, fertig geworden. Unser Fokusthema diesmal: Der Trend zum Wohnen in luxuriösen Hochhäusern.

Kundenmagazin concepts 1/2018

Kundenmagazin concepts 1/2018, Cover

Architektur-Spezialist Christian Tröster hat dazu ein schönes Stück geschrieben, das zum Beispiel die Situation in Frankfurt beschreibt, wo gerade immer mehr Wohntürme aus dem Boden sprießen. Interessant finde ich, wie Christian den Trend erkennt, immer mehr Stadtfunktionen in das einzelne Gebäude zu integrieren. Natürlich auch, um die eher unattraktiven unteren Stockwerke sinnvoll zu füllen. Als Ergänzung habe ich dann ein Interview mit der Geschäftsführenden Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen, Christine Lemaitre, geführt. Darin ging es um das Spiegelbild: Wie lassen sich solche Gebäude sinnvoll in den städtischen Kontext integrieren?

Weitere Themen des Magazins:

Urban geht’s weiter im Kundenmagazin, mit einer schönen Geschichte über Prag. Autorin Christine Keilholz ist für concepts in die Unterwelt der Goldenen Stadt abgetaucht, wo gerade neue Tunnel entstehen, die die Infrastruktur der tschechischen Hauptstadt aufnehmen. Gezeigt wird auch, wie viele Projekte Hochtief bereits in der Stadt verwirklicht hat: vom Straßentunnel über die Restaurierung der Oper bis hin zum neuen Hochschulbau.

Von Prag geht die Reise dann elbabwärts nach Hamburg. Hier hat sich Autor Eric Leimann erklären lassen, wie Hochtief die Stadt vor Hochwasser schützt, auch in Zeiten des Klimawandels. Eine neue Technik, die hier zum Einsatz kam, ist besonders für schmale Gewässer geeignet und könnte an vielen Orten weltweit dazu beitragen, Städte vor dem steigenden Meeresspiegel zu bewahren.

Und dann haben wir zwei Porträts über Mitarbeiter, mal wieder toll geschrieben von Sonja Helms. Und ich bin dann auch noch einmal dabei und versuche zu klären, was eine Omgevingsmanagerin in den Niederlanden für Aufgaben hat.

Bauhaus Now: Welt wird Stadt
Bauhaus Now Cover

Bauhaus Now Cover

Vor knapp 100 Jahren startete das Bauhaus, um die Ästhetik des 20. Jahrhunderts für immer zu verändern. In der Kunst, im Design, vor allem aber in der Architektur. Namen wie Walter Gropius und Mies van der Rohe stehen für den Aufbruch in die Moderne, aber auch für viele Fehler dieser Epoche. Doch wie sieht es eigentlich in der Stadtplanung aus? Sie stand nicht wirklich im Mittelpunkt des Bauhaus. Da ging es eher um das einzelne Gebäude. Die großen Errungenschaften der Stadtplanung in den 1920er und 1930er Jahren stammen eher von Architekten, die nur am Rande mit den Bauhaus-Heroen zu tun hatten, Bruno Taut zum Beispiel oder Ernst May.

Urbane Bauhaus-Spuren

Aber man kann Moderne auch als eine Haltung verstehen, als Form des radikalen Gestaltens, oder als Gerechtigkeits-Projekt, wie es der eher linke Flügel des Bauhaus gesehen hätte, und dann erkennt man doch die Spuren, die sich bis heute in der Stadtentwicklung finden. Ich habe das in einem längeren Text versucht. Und zwar für ein neues Magazin namens „Bauhaus Now“, das auf das anstehende Jubiäum „100 Jahre Bauhaus“ vorbereiten soll.

Bauhaus Now: Welt wird Stadt

Bauhaus Now: Welt wird Stadt

Bauhaus Now: Welt wird Stadt

Bauhaus Now: Welt wird Stadt

Bauhaus Now: Welt wird Stadt

Bauhaus Now: Welt wird Stadt

Bauhaus Now: Welt wird Stadt

Bauhaus Now: Welt wird Stadt

Magazin Hamburger Wirtschaft, Cober der Ausgabe Januar 2018

Magazin Hamburger Wirtschaft, Januar 2018

Ende 2017 stellte die VW-Tochter Moia ihr neues Fahrzeug vor, mit dem der Ridesharing-Dienst ab 2018 in Hamburg antreten möchte. Warum zuerst in der Hansestadt? Nun, Hamburg ist an vielen Stellen dabei, neue Mobilitätslösungen zu fördern, hat einen guten Nahverkehr, den Smart Port – und schließlich den ITS Weltkongress 2021 an die Elbe geholt. „Intelligente Transport Systeme“, darunter fallen verschiedene Ansätze, durch Digitalisierung die Verkehrsprobleme der Städte in den Griff zu bekommen. In meiner Geschichte für die aktuelle Ausgabe der „Hamburger Wirtschaft“, kurz HW, habe ich mit vielen Akteuren in der Stadt besprochen und einige Dinge erfahren, die ich noch nicht wusste. Mein Fazit: Schon in einigen Jahren könnte Mobilität in Hamburg ganz anders aussehen. Den ganzen Text und das Interview mit Wirtschaftssenator Horch kann man auch online lesen: http://hamburger-wirtschaft.de/pdf/012018/index.html

Mobilität ist wichtig für alle

Die HW ist das Magazin der Handelskammer Hamburg, entsprechend stehen im Text auch die Bedürfnisse der Unternehmen ein wenig im Vordergrund. Generell haben die Planungen zum ITS Weltkongress, zu neuen Verkehrskonzepten und innovativen Mobilitätsangeboten natürlich Auswirkungen für alle.

Sprechen Sie mich an, wenn Sie Interesse an Texten oder Medienkonzepten haben. Als Journalist verfolge ich das Thema regelmäßig, mit unserer Agentur P|M Publishing helfen wir Ihnen gerne dabei, Contentstrategien zu entwickeln. Der schnellste Kontakt: +49 171 416 50 54.

 

Labor für Mobilität – Titelstory der Hamburger Wirtschaft, Ausgabe Januar 2018

Labor für Mobilität – Titelstory der Hamburger Wirtschaft, Ausgabe Januar 2018

Labor für Mobilität – Titelstory der Hamburger Wirtschaft, Ausgabe Januar 2018

Labor für Mobilität – Titelstory der Hamburger Wirtschaft, Ausgabe Januar 2018

Labor für Mobilität – Titelstory der Hamburger Wirtschaft, Ausgabe Januar 2018

Labor für Mobilität – Titelstory der Hamburger Wirtschaft, Ausgabe Januar 2018

Labor für Mobilität – Titelstory der Hamburger Wirtschaft, Ausgabe Januar 2018

Labor für Mobilität – Titelstory der Hamburger Wirtschaft, Ausgabe Januar 2018

Cover Chancen-Magazin

Cover Chancen-Magazin

Ja, ich gebe zu, ich hatte meine Ressentiments, als ich den Auftrag bekam, für das KfW-Magazin Chancen ein Interview mit Nathalie von Siemens zu führen. Ururenkelin des deutschen Vorzeigeunternehmers Werner von Siemens, Aufsichtsrätin von Deutschlands traditionsreichstem Industriegiganten, Mitglied einer Familie, die immer noch am Unternehmen beteiligt ist und laut Manager Magazin eine jährliche pro-Kopf-Dividende von über 500 000 Euro kassiert – und dann über Bildung sprechen? Ich war skeptisch. Aber bereits nach wenigen Minuten hatte ich dann vergessen, wer da eigentlich vor mir sitzt. Im Doppelinterview mit KfW-Chefökonom Jörg Zeuner präsentierte sich Nathalie von Siemens höchst kompetent, bestens vorbereitet und absolut engagiert für die Arbeit der Siemens-Stiftung, die weltweit vorbildliche Bildungsprojekte anstößt und unterstützt. Und so ist dann ein Gespräch zustande gekommen, in dem einige gute, aber auch viele Schattenseiten unseres Bildungssystems zur Sprache kamen. Hier ein paar Zitate:

In unserem Schulwesen haben wir immer noch einen Fokus auf dem Memorieren und dem Wiedergeben. Das war im 19. Jahrhundert inder Industrialisierung total wichtig. Heute haben wir aber eine andere Situation.

Wir müssen vor allem die Fähigkeit fördern, aus Bekanntem Neues zu entwickeln.

In den MINT-Fächern sind Investitionen in die Bildung, die vor dem zwölften Lebensjahr stattfinden, sehr wirksam. Danach nimmt die Wirksamkeit signifikant ab.

Das ganze Interview bzw. das gesamte Chancen-Magazin lässt sich auch online durchblättern.

 

Kunde: KfW
Agentur: bp Content, Hamburg
Fotos: Maria Schiffer
Interview: Torsten Meise

FAZ_29.09.17 Ist die smarte Stadt interessant für Investoren?

Pünktlich zur EXPO REAL in München wollte die FAZ-Tochter FAZIT Communication wissen, ob das Thema Smart City bereits für Immobilieninvestoren interessant sei. Ich fand die Frage auch spannend, ohne sie unmittelbar beantworten zu können. Also habe ich mit ein paar Experten in diesem Bereich gesprochen. Und herausgefunden: Na ja, die dicken Fische der Branche finden die clevere Stadt zwar sehr spannend, verorten das Thema aber noch in der Zukunft. Ein paar Wohnungsbaugesellschaften jedoch sind Early Adopter und fangen an, neue Projekte mit der Stadt zu vernetzen. Zum Beispiel in Berlin, aber auch in Hamburg.

Smart Cities: Verhältnisse verschieben sich

Das ist ein interessantes Ergebnis: Die Kleinen gehen voran, die Großen warten ab. Allerdings könnte die digitale Transformation der Städte schon bald dazu führen, dass Lagen neu bewertet werden und bislang unbeachtete Standorte an Bedeutung gewinnen. Der Wettbewerb der Städte läuft, und es nicht gesagt, dass es die Metropolen sind, die am Ende die besseren Konzepte haben. Das sollten auch die großen Unternehmen der Branche und die Immobilienfonds im Auge behalten. Wenn ich Investor wäre, ich würde mir die technologische Komponente der Stadtentwicklung genauer ansehen.

Politics matters: Thema Stadtentwicklung vor der Renaissance

Ohne Rahmenbedingungen, ohne Flexibilität in Politik und Verwaltung lässt sich die Stadt nicht erneuern. Der lokalen Politik kommt bei der Smart City deshalb eine besondere Bedeutung zu. Planung und Entwicklung auf kommunaler Ebener werden noch wichtiger. Sie benötigen aber auch wache Investoren, die bereit sind, ins Risiko zu gehen. Das steht so nicht im Artikel, wäre aber eine Fortsetzung, die geschrieben werden müsste. Ich bleibe dran, kontakten Sie mich.

 

 

FAZ_29.09.17 Ist die smarte Stadt interessant für Investoren?

FAZ_29.09.17 Ist die smarte Stadt interessant für Investoren?

Magazin zur Europawoche 2017
Magazin zur Europawoche 2017

Magazin zur Europawoche 2017

Die Europawoche in Hamburg bietet jedes Jahr im Mai zahlreiche Anlässe, sich mit Themen der Europäischen Union und generell mit politischen und kulturellen Themen auseinanderzusetzen. Das Programmheft sammelt nicht nur die Veranstaltungen der Europawoche, sondern versucht auch, die Bezüge zwischen der Hansestadt und der EU herauszuarbeiten. 2017 steht das Heft unter dem Eindruck des nahenden G20-Gipfels in den Messehallen, aber auch der Unterzeichnung der Römischen Verträge vor 60 Jahren. Letzteres war eine denkwürdige Veranstaltung, die bereits vieles von dem widerspiegelte, was Europa bis heute ausmacht. Ich habe für das Progammheft, neben anderen Geschichten, einen kleinen Text über den damaligen Gipfel geschrieben.

 

Chaostage am Kapitol

Die Unterzeichnung der Römischen Verträge vor 60 Jahren markiert die Geburtsstunde der Europäischen Union. Die Zusammenarbeit der Nationen begann eher holprig. Und wohl mit jeder Menge unbedruckter Seiten.

In Rom regnete es in Strömen, als sich die Regierungschefs von Frankreich, Italien, Niederlande, Belgien, Luxemburg und West-Deutschland am Abend des 25. März 1957 auf dem Kapitolshügel zur Unterzeichnungszeremonie versammelt hatten. Im prächtigen Horatier-und-Curiatier-Saal, heute Teil der Kapitolinischen Museen, unterschrieben sie vor 500 Fotografen drei Verträge: einen über die Einrichtung einer Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), einen über die Gründung einer Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM) sowie das Abkommen über gemeinsame Organe für die Europäischen Gemeinschaften.

Ein historisches Ereignis, denn die Verträge bilden das Fundament einer überstaatlichen Organisation in Europa, der heutigen EU. Trotzdem war der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer nicht gut aufgelegt. „Ich weiß nicht einmal, was ich alles unterschrieben habe“, soll er gestöhnt haben. So jedenfalls verbreitete es damals Der Spiegel, der sich nie eine Spitze gegen den Kanzler entgehen ließ. Doch was auch die Hamburger Journalisten nicht ahnten: Die großen dekorativen Papierstapel, auf die die Staatsmänner ihre Unterschriften gesetzt hatten, bestanden wohl größtenteils aus unbedruckten Blättern. Das war keine böse Absicht, sondern Resultat einer Kette unglücklicher Ereignisse.

Europa, das leere Blatt

Europa, das leere Blatt

Albert Breuer war Mitarbeiter der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), einer ersten Keimzelle Europas, die den Markt für Kohle und Stahl regulierte. Im Frühjahr 1957 war er unter anderem dafür zuständig, die Zeremonie in Rom wie geplant über die Bühne zu bringen. Vor einigen Jahren enthüllte er, wie es dabei drunter und drüber ging.

Während der Tag der Unterschrift immer näher rückte, stritten die Experten im fernen Brüssel immer noch über letzte Formulierungen. Vor 60 Jahren, als es noch kein Internet und kein Fax gab, stürzte das die Mannschaft in Rom nach und nach ins Chaos. Jedes Mal, wenn auf dem Kapitolshügel das Telefon klingelte, mussten wieder Passagen in den Vertragstexten erneuert, in vier Sprachen übersetzt, geschrieben und neu gedruckt werden. Die Vervielfältigungsmaschinen, per Zug nach Rom gebracht, durften jedoch nur im feuchten Keller stehen, da sie sonst Tinte an die historischen Wandgemälde des Hauses gespritzt hätten. Die frisch vervielfältigten Textversionen wurden über Nacht zum Trocknen ausgelegt – und am Morgen von einer ahnungslosen Putzkolonne für Abfall gehalten und entsorgt.

Da auch die Hilfskräfte, von der Universität bereitgestellte Studentinnen und Studenten, zwischenzeitlich in einen Streik getreten waren, blieb Breuer und seinen Leuten am Tag der Unterzeichnung nichts anderes übrig, als unbedruckte Papierstapel auf die Tische der Staatsmänner zu legen. Lediglich Deckblatt und Rückseite waren echt.

Die turbulenten Tage von Rom zeigten schon vieles von dem, was Europa in den vergangenen sechs Jahrzehnten ausgemacht hat: Die Interessen mehrerer Staaten unter einen Hut zu bekommen ist harte Arbeit und erfordert einiges an Organisationstalent. Aber am Ende steht immer ein Kompromiss, ein Vertrag, ein gemeinsamer Schritt nach vorn. Die Zukunft ist offen, ein leeres Blatt Papier, das beschrieben, korrigiert und wieder neu gedruckt wird. Europa bleibt, auch nach 60 Jahren, ein unvollendetes Projekt, dessen Seiten von den Akteuren mit Leben gefüllt werden müssen.

© Torsten Meise, 2017

Titelmotiv concepts 1/2017
Titelmotiv concepts 1/2017

Titelmotiv concepts 1/2017

Autobahnbaustellen sind eine Seuche, wenn man schnell von A nach B kommen möchte. Aber natürlich sind sie notwendig, denn die Verkehrsinfrastruktur in Deutschland wurde lange vernachlässigt und muss jetzt aufwendig saniert und ausgebaut werden. Während die öffentliche Hand dazu tendiert, eher kleine Autobahnabschnitte zu reparieren und damit manche Strecken über Jahrzehnte in eine Stauhölle verwandelt, gehen die teilweise praktizierten privat-öffentlichen Partnerschaften (ÖPP) einen anderen Weg: Hier werden innerhalb weniger Jahre zum Teil über 60 Kilometer lange Abschnitte an einem Stück umgebaut. Das ist für einige Jahre schmerzvoll, aber danach kann der Verkehr wieder für viele Jahre frei rollen.

Wie Staus vermindert werden

Wie eine solche Mega-Baustelle funktioniert, haben wir in der aktuellen Ausgabe des Hochtief-Kundenmagazins concepts unter die Lupe genommen. Autor Eric Leimann hat mit Experten aus Deutschland und Kanada gesprochen, um herauszufinden, wie solche Baustellen eingerichtet werden, um möglichst sicher zu sein und nicht allzu viel Staus zu produzieren. Ich hatte zusätzlich eine „Audienz“ beim deutschen Staupapst, Prof. Michael Schreckenberg von der Uni Duisburg-Essen. Seine Botschaft: Alles könnte viel entspannter sein, wenn sich die Autofahrer in Baustellen rational verhalten würden und aufhören würden, zu überholen. Das Interview lesen Sie ebenfalls in dem Magazin.

Hotspot Berlin, concepts 1/2017

Hotspot Berlin, concepts 1/2017

Baustellen-Rundgang durch Berlin

Weitere Themen von concepts 1/2017: Auf dem relativ kleinen Stück Berlin zwischen Treptower Park und Mitte komprimiert sich die Geschichte der Hauptstadt. Hier findet man mehr als ein Jahrhundert gebauter und wieder abgerissener Historie, vom Kaiserreich bis heute. Hochtief hat seit dem Mauerfall viel dazu beigetragen, Ost und West zu verbinden und in der Stadt neue Gebäude und Bahnlinien geschaffen, die einen engen Bezug zur Geschichte haben. Auf einem kurzen Spaziergang durch die boomende Stadt habe ich nicht weniger als 16 Hotspots gefunden, bei denen Hochtief die Hand im Spiel hatte. Und ein paar weitere habe ich sogar noch ausgelassen.

Autobahnbaustellen besser gestalten, concepts 1/2017

Autobahnbaustellen besser gestalten, concepts 1/2017

Green Buildings werden immer wichtiger

Autor Jan Freitag hat sich der Frage gewidmet, welche Bedeutung nachhaltiges Bauen mitterweile für die Unternehmen der Hochtief Gruppe hat. Das Resultat: Green Buildings und Green Infrastructure werden zum Umsatztreiber, sowohl in Europa, Nordamerika als auch in Asien und Australien.

Autorin Kirstin Ruge hat sich für ihre Porträts wieder zwei außergewöhnliche Hochtief-Mitarbeiter geschnappt. Mit Karl-Heinz Siebenhütter erwischte sie einen echten Schafzüchter, und mit Nicola Howlett eine junge Australierin, die Straßenbauprojekte leitet und nebenher Brücken in Ruanda baut. Nicola ist übrigens auch das Cover-Model der aktuellen Ausgabe.

Folterkammer für Beton

Über Beton könnte man Bücher schreiben, und sie würden nicht langweilig werden. Also musste sich Autor Michael Brüggemann auf wenige Aspekte beschränken, um nicht den Rahmen zu sprengen. Von seinem Besuch im Innovation & Testing Center, wo über Beton geforscht und neue Mischungen ausprobiert werden, hat er einen tollen Einblick in das Material mitgebracht.

Wer jetzt auch noch wissen will, was eine „fliegende Schildanfahrt“ ist, wie der neue Star in der Skyline von Los Angeles heißt oder wie es mit der Digitalisierung im Facility Management aussieht, der muss das Heft selber lesen.

 

Interview Prof. Schreckenberg, concepts 1/2017

Interview Prof. Schreckenberg, concepts 1/2017

Credits:

Agentur: Hoffmann und Campe X
Grafik: Dirk Linke, RINGZWEI
Chefredaktion: Torsten Meise