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Parco del Portello Milano

Der Landschaftsarchitekt Andreas Kipar ist durch den Umbau der grauen Industriemetropole Mailand zu einer von Parks durchzogenen grünen Vorzeigestadt bekannt geworden. Mit seinem Mailänder Büro LAND plant er heute Projekte in Europa, Asien und dem Nahen Osten. Mein Skype-Interview mit Andreas Kipar lief allerdings bereits kurz nach dem Start aus dem Ruder, als wir feststellten, dass wir nicht nur zur selben Zeit im nördlichen Ruhrgebiet aufgewachsen sind, sondern dass der schon lange in Mailand lebende Kipar gerade von einer Geburtstagsfeier in meiner Heimatstadt kam und ich das Geburtstagskind auch noch aus meiner aktiven Zeit als Jazzer kannte. Irgendwie haben wir es dann aber doch noch geschafft, über das eigentlich verabredete Thema zu reden: Warum müssen unsere Städte grüner werden, und wie kann man das am besten erreichen? Das Interview erschien im Kundenmagazin concepts by HOCHTIEF, Ausgabe 1/2019.

concepts 2/2019 cover„Wir müssen Mensch und Natur wieder verbinden“

 

Herr Kipar, was sieht Ihr professioneller Blick beim Spaziergang in einer typischen deutschen oder europäischen Stadt?

Ich empfinde da beim Grün immer noch eine große Kargheit. Wir haben in den letzten 30 Jahren nicht unbedingt revolutionär in die Innenstädte eingegriffen. Wir sind eher dabei, sie glattzubügeln. Das muss pflegeleicht und sauber sein, das muss vor Vandalismus geschützt sein, da dürfen nicht zu viel Bänke sein, sonst kommen die Obdachlosen, all diese Bedenken sind immer noch prägend.

Wie sollte es Ihrer Meinung nach stattdessen sein?

Wenn wir in Zukunft eine kulturell offene Gesellschaft haben wollen, dann müssen wir die Menschen in den Städten auch so leben lassen, dass sie sich frei entwickeln können. Und dazu gehört ein gesunder Bezug zur Natur.

Und das geht auch in der Stadt?

Wir haben bereits Flussparks weiterentwickelt, wir haben Industrieparks geschaffen, aber in den Innenstädten waren wir zu vorsichtig. Wir brauchen mehr Grünräume und grünere Plätze. Schon aus Gründen des Klimas in der Stadt. Die Menschen brauchen Schatten, aber auch einen Naturbezug. Wir müssen Bereiche schaffen, die das Wasser im Notfall aufnehmen. Damit wird sich eine ganz neue Ästhetik einschleichen.

Wie könnte diese Ästhetik aussehen?

Im Foodbereich kennen wir die Fusionküche, und die Stadt der Zukunft ist vielleicht auch eine Fusionstadt. Wir holen jetzt einen Teil der Landschaft in die Stadt. Plötzlich stellen wir Bienenkästen auf Dächern auf. Der Koch der Deutschen Bank in Frankfurt hat auf dem von uns gestalteten Dachgarten einen Kräutergarten angelegt, den er für seine Gerichte nutzt. Dachgärten, vertikale Gärten oder ganz normale horizontale Gärten, in anderen Ländern haben wir bereits die Regengärten, die füllen sich bei Niederschlag mit Wasser und spielen dann mit dieser Ästhetik.

Der Aufbruch in ein neues Jahrhundert braucht immer Zeit, aber wenn der Wandel kommt, dann ganz schnell.

Sind das nicht eher Einzelfälle? Und ist eine Stadt nicht auch ein Raum, der andere Funktionen hat, zum Beispiel als Einkaufszentrum?

Wie schön wäre es, wenn wir in der Stadt nicht auf Betonsteinplatten laufen müssten? Wir müssen in den Städten den Mut haben, große Bereiche wieder zu entsiegeln. Essen ist ja „Grüne Hauptstadt Europas“. Wir haben es hier geschafft, 250 000 Menschen einen direkten Bezug zu Wasser und zu Grün zu geben. Und dennoch ist die Innenstadt komplett gepflastert. Diese Betonplatten rausnehmen und Dauergrün pflanzen, das müsste die nächste Offensive sein.

Gibt es da schon ein Umdenken bei den Planern und Architekten?

Selbst in Moskau, bislang eine Stadt mit geradezu menschverachtenden Strukturen, entstehen plötzlich doppelt so große Bürgersteige, werden tausende neue Bäume gepflanzt. Man flaniert jetzt dort, wo vorher Autos in acht Spuren gefahren sind, und die Autos sind weg. Hinter dem Roten Platz gibt es jetzt einen großen Park und einen direkten Zugang zum Fluss. Das sind Zeichen einer Veränderung. Für das neue Internationale Finanzzentrum in Moskau, jetzt Smart City Moscow genannt, konnten wir uns vor fünf Jahren schon mit einem sehr innovativen Konzept gegen die internationale Konkurrenz durchsetzen.

Was zeichnete dieses Konzept aus?

Wir haben gesagt: „Landscape first“, lassen sie uns mit der Landschaft anfangen, lassen sie uns Placemaking nicht über Architektur, sondern über die Landschaft machen. Jeglicher Investor wird sagen, was bringt mir das? Wenn wir jetzt einen Baum pflanzen und anschließend die Häuser bauen, dann kann der Baum schon während der Bauphase wachsen. Und dann steigt der Wert der Immobilien. Pro Quadratmeter Nutzfläche werden wir vielleicht 20 Cent investieren, der Marktwert der Wohnungen pro Quadratmeter wird dadurch aber um 500 bis 900 Euro in die Höhe geschraubt, weil die Käufer sagen, okay, hier sehe ich ja schon alles, und ich ziehe nicht in eine Sandwüste. Die grüne Infrastruktur bekommt so auch eine wirtschaftliche Dimension.

Wo sehen Sie Ihre wichtigste Aufgabe in Zukunft?

Was der Papst, zusammen mit Wissenschaftlern, in der Enzyklika Laudato si’ formuliert: Pflegt den Planeten! Oder um es mit dem Soziologen Jeremy Rifkin zu sagen: „Stop the war on nature!“ Was wir als Landschaftsarchitekten machen, ist: „Reconnecting people with nature“, das heißt wir müssen Mensch und Natur wieder verbinden. Wir müssen das neu verstehen, wie wir mit den kostbaren Ressourcen Wasser und Boden umgehen müssen, was da nachhaltig wachsen kann.

Wie sehen Sie die Chancen dafür?

Da passiert gerade eine kleine Revolution, hin zu einem sich wandelnden Stadtbild, zum Beispiel mit grünen Fassaden. Es gibt da eine neue Generation in Kanada, im Nahen Osten, in Moskau, in China. In Europa haben wir sehr alte Gesellschaften, in denen das Umdenken nicht ganz so einfach ist. Aber die Zwanziger Jahre sind immer etwas Besonderes, da passiert immer etwas Neues, denken Sie an das Bauhaus vor 100 Jahren. Der Aufbruch in ein neues Jahrhundert braucht immer Zeit, aber wenn der Wandel kommt, dann ganz schnell.

Interview Andreas Kipar

Schoolbook Magazin Cover

„Ich weiß zwar nicht, wie es geht, aber ich kann es erklären!“ – dieser Satz einer Zehnjährigen hat mich bei der Recherche zu diesem Thema etwas nachdenklich gemacht, aber vor allem natürlich amüsiert. Worum es ging? Wie Kinder lernen, kleine Roboter zu programmieren, und wie sie an diese Aufgabe herangehen. Ich habe mit Lehrern geredet, die Roboter wie mBot, Dash oder Lego WeDo im Unterricht einsetzen. Und ich war in der HABA Digitalwerkstatt in Hamburg, um mir einen Robotik-Kurs für Kinder anzusehen.

Roboter im Unterricht

Schoolbook Magazin für Lehrer

Schoolbook Magazin für Lehrer

Mit Robotern lernen? Klingt erst einmal überdreht und ein wenig nach Pädagogik aus der Hölle. Aber es ist das Gegenteil: spielerisch, Freude bereitend, im positiven Sinne fordernd und ein genialer Weg, ins Programmieren einzuführen. Und immer mehr Schulen kommen auf den Geschmack, jedenfalls kann sich die Hamburger Digitalwerkstatt über mangelndes Interesse nicht beklagen. Diese kleinen Bastelcomputer sind wirklich klasse. Allen Pädagogen, die über digitale Demenz schwadronieren, möchte man zurufen: „Eat this!“ So geht digitale Schule.

Neues Lehrer-Magazin

Geschrieben habe ich den Text für ein ganz neues Magazin: Schoolbook – Das Lehrermagazin für Schulen im Wandel. Herausgegeben wird es von der Gesellschaft für digitale Bildung, die wiederum zur „HABA Education Allicance“ gehört, also Teil des Spielzeugherstellers Habermass (HABA) ist.

Magazintext Roboterstunde

Magazintext Roboterstunde

Vorbei sind die Zeiten, als der Hamburger Hafen das unbestrittene ökonomische Herz der Hansestadt war. Immer deutlicher formiert sich die Kritik am großen Einfluss der Hafenwirtschaft in der Stadt. Soll sich Hamburg weiterhin stark auf den Hafen fokussieren, oder doch sein Heil eher bei neuen ökonomischen Potentialen suchen? In einem Titelbeitrag für das Magazin der Handelskammer Hamburg bin ich der Frage nachgegangen, welche Chancen der Hamburger Hafen bietet, wenn man einmal nicht auf nur den Containerumschlag (der vor einer eher unsicheren Zukunft steht) schaut.

Zukunft des Hafens

Herausgekommen ist, dass sich der Hafen zum Treiber für neue, innovative und nachhaltige Technologien entwickelt. Intelligente Verkehrskonzepte, ein wegweisendes 5G-Netz, Ideen für die Hafenlogistik oder die Versorgung der Schiffe mit Landstrom – der smarte Port hat bereits einiges zu bieten. In Zukunft müsste es aber deutlich mehr werden, vor allem sollte sich der Hafen stärker mit dem Wissenschaftsstandort Hamburg vernetzen, sagt zum Beispiel Prof. Henning Vöpel, der Direktor des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts HWWI.

Wirtschaftsstandort Hamburg

Nach den Smart-City-Konzepten der Stadt und den Plänen Hamburgs in Sachen Smart Mobility ist diese bereits die dritte große Geschichte über den Wirtschafts- und Technologiestandort, die ich für die HW, die Hamburger Wirtschaft, geschrieben habe. Eine spannende Serie für mich, ist Hamburg doch eine dynamische und zukunftsorientierte Stadt mit guten Ideen, die leider oftmals nicht wirklich konsequent genug kommuniziert werden.

 

Artikel "Zukunft des Hafens" Hamburger Wirtschaft, Autor: Torsten Meise

Artikel „Zukunft des Hafens“ Hamburger Wirtschaft

Artikel "Zukunft des Hafens" Hamburger Wirtschaft, Autor: Torsten Meise

Artikel „Zukunft des Hafens“ Hamburger Wirtschaft

Artikel "Zukunft des Hafens" Hamburger Wirtschaft, Autor: Torsten Meise

Artikel „Zukunft des Hafens“ Hamburger Wirtschaft

Bauhaus Now: Welt wird Stadt
Bauhaus Now Cover

Bauhaus Now Cover

Vor knapp 100 Jahren startete das Bauhaus, um die Ästhetik des 20. Jahrhunderts für immer zu verändern. In der Kunst, im Design, vor allem aber in der Architektur. Namen wie Walter Gropius und Mies van der Rohe stehen für den Aufbruch in die Moderne, aber auch für viele Fehler dieser Epoche. Doch wie sieht es eigentlich in der Stadtplanung aus? Sie stand nicht wirklich im Mittelpunkt des Bauhaus. Da ging es eher um das einzelne Gebäude. Die großen Errungenschaften der Stadtplanung in den 1920er und 1930er Jahren stammen eher von Architekten, die nur am Rande mit den Bauhaus-Heroen zu tun hatten, Bruno Taut zum Beispiel oder Ernst May.

Urbane Bauhaus-Spuren

Aber man kann Moderne auch als eine Haltung verstehen, als Form des radikalen Gestaltens, oder als Gerechtigkeits-Projekt, wie es der eher linke Flügel des Bauhaus gesehen hätte, und dann erkennt man doch die Spuren, die sich bis heute in der Stadtentwicklung finden. Ich habe das in einem längeren Text versucht. Und zwar für ein neues Magazin namens „Bauhaus Now“, das auf das anstehende Jubiäum „100 Jahre Bauhaus“ vorbereiten soll.

Bauhaus Now: Welt wird Stadt

Bauhaus Now: Welt wird Stadt

Bauhaus Now: Welt wird Stadt

Bauhaus Now: Welt wird Stadt

Bauhaus Now: Welt wird Stadt

Bauhaus Now: Welt wird Stadt

Bauhaus Now: Welt wird Stadt

Bauhaus Now: Welt wird Stadt

Magazin Hamburger Wirtschaft, Cober der Ausgabe Januar 2018

Magazin Hamburger Wirtschaft, Januar 2018

Ende 2017 stellte die VW-Tochter Moia ihr neues Fahrzeug vor, mit dem der Ridesharing-Dienst ab 2018 in Hamburg antreten möchte. Warum zuerst in der Hansestadt? Nun, Hamburg ist an vielen Stellen dabei, neue Mobilitätslösungen zu fördern, hat einen guten Nahverkehr, den Smart Port – und schließlich den ITS Weltkongress 2021 an die Elbe geholt. „Intelligente Transport Systeme“, darunter fallen verschiedene Ansätze, durch Digitalisierung die Verkehrsprobleme der Städte in den Griff zu bekommen. In meiner Geschichte für die aktuelle Ausgabe der „Hamburger Wirtschaft“, kurz HW, habe ich mit vielen Akteuren in der Stadt besprochen und einige Dinge erfahren, die ich noch nicht wusste. Mein Fazit: Schon in einigen Jahren könnte Mobilität in Hamburg ganz anders aussehen. Den ganzen Text und das Interview mit Wirtschaftssenator Horch kann man auch online lesen: http://hamburger-wirtschaft.de/pdf/012018/index.html

Mobilität ist wichtig für alle

Die HW ist das Magazin der Handelskammer Hamburg, entsprechend stehen im Text auch die Bedürfnisse der Unternehmen ein wenig im Vordergrund. Generell haben die Planungen zum ITS Weltkongress, zu neuen Verkehrskonzepten und innovativen Mobilitätsangeboten natürlich Auswirkungen für alle.

Sprechen Sie mich an, wenn Sie Interesse an Texten oder Medienkonzepten haben. Als Journalist verfolge ich das Thema regelmäßig, mit unserer Agentur P|M Publishing helfen wir Ihnen gerne dabei, Contentstrategien zu entwickeln. Der schnellste Kontakt: +49 171 416 50 54.

 

Labor für Mobilität – Titelstory der Hamburger Wirtschaft, Ausgabe Januar 2018

Labor für Mobilität – Titelstory der Hamburger Wirtschaft, Ausgabe Januar 2018

Labor für Mobilität – Titelstory der Hamburger Wirtschaft, Ausgabe Januar 2018

Labor für Mobilität – Titelstory der Hamburger Wirtschaft, Ausgabe Januar 2018

Labor für Mobilität – Titelstory der Hamburger Wirtschaft, Ausgabe Januar 2018

Labor für Mobilität – Titelstory der Hamburger Wirtschaft, Ausgabe Januar 2018

Labor für Mobilität – Titelstory der Hamburger Wirtschaft, Ausgabe Januar 2018

Labor für Mobilität – Titelstory der Hamburger Wirtschaft, Ausgabe Januar 2018

Cover Chancen-Magazin

Cover Chancen-Magazin

Ja, ich gebe zu, ich hatte meine Ressentiments, als ich den Auftrag bekam, für das KfW-Magazin Chancen ein Interview mit Nathalie von Siemens zu führen. Ururenkelin des deutschen Vorzeigeunternehmers Werner von Siemens, Aufsichtsrätin von Deutschlands traditionsreichstem Industriegiganten, Mitglied einer Familie, die immer noch am Unternehmen beteiligt ist und laut Manager Magazin eine jährliche pro-Kopf-Dividende von über 500 000 Euro kassiert – und dann über Bildung sprechen? Ich war skeptisch. Aber bereits nach wenigen Minuten hatte ich dann vergessen, wer da eigentlich vor mir sitzt. Im Doppelinterview mit KfW-Chefökonom Jörg Zeuner präsentierte sich Nathalie von Siemens höchst kompetent, bestens vorbereitet und absolut engagiert für die Arbeit der Siemens-Stiftung, die weltweit vorbildliche Bildungsprojekte anstößt und unterstützt. Und so ist dann ein Gespräch zustande gekommen, in dem einige gute, aber auch viele Schattenseiten unseres Bildungssystems zur Sprache kamen. Hier ein paar Zitate:

In unserem Schulwesen haben wir immer noch einen Fokus auf dem Memorieren und dem Wiedergeben. Das war im 19. Jahrhundert inder Industrialisierung total wichtig. Heute haben wir aber eine andere Situation.

Wir müssen vor allem die Fähigkeit fördern, aus Bekanntem Neues zu entwickeln.

In den MINT-Fächern sind Investitionen in die Bildung, die vor dem zwölften Lebensjahr stattfinden, sehr wirksam. Danach nimmt die Wirksamkeit signifikant ab.

Das ganze Interview bzw. das gesamte Chancen-Magazin lässt sich auch online durchblättern.

 

Kunde: KfW
Agentur: bp Content, Hamburg
Fotos: Maria Schiffer
Interview: Torsten Meise

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