Beiträge

KfW Stories: Startup Superseven

Plastikmüll im Meer, Verschmutzungen in Seen und Flüssen, und ständig dieser Kunststoffmüll für die „Wertstofftonne“ – gibt es keine Alternative für bessere Verpackungen? In Norddeutschland gibt es mehrere Firmen, die sich gegen die Plastikflut stemmen und Verpackungen auf den Markt bringen, die aus natürlichen Rohstoffen gewonnen werden und sogar kompostierbar sind. Eine davon ist Superseven aus Wentorf bei Hamburg. Das Start-up entwickelt nachhaltige Verpackungen und benutzt dabei Folien, die aus Zellulose – also aus Holz – hergestellt werden.

Erinnert sich noch jemand an Zelluloid?

Genau, der Grundstoff Holz diente zu Beginn des 20. Jahrhunderts zur Herstellung der ersten transparenten Folien, bevor das Erdöl kam und sich als billiger und auch vielseitiger erwies. Doch Zellulose steht vor eine Renaissance, auch wenn der Basisstoff immer noch drei Mal so teuer ist wie Öl. Aber wer heute nachhaltige Produkte verkauft, möchte diese auch ebenso verpacken. Und deshalb kann sich Superseven derzeit vor Anfragen nicht retten.

Publikumsliebling

Beim KfW Award Gründen wurde Superseven Landessieger in Niedersachsen (obwohl Wentorf in Schleswig-Holstein liegt, das habe ich vergessen zu klären) und auf der Abschlussveranstaltung in Berlin den vor Ort ermittelten Publikumspreis. Das Thema ist heiß, und das junge Start-up motiviert, daraus ein gutes Geschäftsmodell zu entwickeln.

Hier geht es zum Superseven-Porträt, das ich für die KfW Stories geschrieben habe.

Titel concepts Ausgabe 2/2018 | Chefredakteur Dr. Torsten Meise Journalist Hamburg
Titel Cover Kundenmagazin concepts by Hochtief Ausgabe 2/2018 Chefredaktion Torsten Meise

Titel concepts Ausgabe 2/2018

Welche Wirkungen haben große Infrastrukturprojekte? Diese Frage habe ich mit Prof. Dr. Dr. Manfred Moldaschl von der Zeppelin Universität Friedrichshafen erörtert. Der Nachhaltigkeitsforscher ist auch Leiter des European Center for Sustainability Research und in dieser Funktion einem Ansatz verpflichtet, der unter Nachhaltigkeit nicht nur ökologische, sondern auch ökonomische und soziale Aspekte subsumiert.

Wie sich Infrastruktur auswirkt

Der Grund für dieses Interview und diese Fragestellung war die Titelgeschichte des aktuellen Kundenmagazins concepts by Hochtief, das soeben erschienen ist. Darin haben wir Beispiele gezeigt, wie einzelne Infrastrukturprojekte weitreichende und positive Folgen für eine Gesellschaft haben können – selbst wenn sie im Vorhinein höchst umstritten waren. Bestes Beispiel hier die ist die von Hochtief im Jahr 2000 fertiggestellte Öresund-Brücke zwischen Kopenhagen und Malmö. Sie hat nicht nur dazu geführt, dass vor allem die schwedische Seite wirtschaftlich aufgeblüht ist, sie hat auch einen Güterverkehrskorridor inspiriert, der von Skandinavien bis nach Sizilien reichen soll, und der in Teilen bereits gebaut worden ist.

Torsten Meise und Prof. Dr. Dr. Manfred Moldaschl

Torsten Meise und Prof. Dr. Dr. Manfred Moldaschl

Protest als Erscheinung komplexer Gesellschaften

Selbst wenn sich eine Menge solcher Beispiele aufzählen lassen, so verfestigt sich doch der Eindruck, dass es in der Gegenwart deutlich schwieriger geworden ist, selbst kleine Projekte umzusetzen. Der Protest ist quasi vorprogrammiert, und ja auch selten nicht unberechtigt. Auch um hier zu einer besseren Grundlage zu kommen, forscht Prof. Moldaschl an Methoden und Ansätzen, die vielfachen Wirkungen von Infrastrukturprojekten zu beurteilen, was auch zu besseren Planungen und Umsetzungen führen soll. Der Versuch, Vorhaben ganzheitlich zu erfassen und auch gemeinsam mit den Stakeholdern, also auch den Betroffenen zu klären, könnte wegweisend sein und damit auch für ein Unternehmen wie Hochtief interessant.

Jetzt online lesen

Das Interview mit Prof. Moldaschl, den ich gerne mit dem Begriff „Universalgelehrter“ beschreiben möchte, lässt sich auch online lesen, denn concepts hat ein digitales Upgrade erfahren. Statt eines Blätter-PDFs wie zuvor gibt es jetzt ein schickes Online-Magazin, das das vielfach ausgezeichnete Heft-Konzept in eine netzadäquate Form bringt. Viel Spaß beim Lesen!

Interview Prof Dr. Dr. Manfred Moldaschl, Torsten Meise Kundenmagazin concepts by Hochtief 2018

Interview: Nachhaltigkeit und Infrastruktur

.

Hier geht es direkt zum Interview: deutsch | englisch

 

Zum ganzen Magazin: deutsch | englisch

.

Ende Februar hatten wir unsere Website Phlora.de gelauncht. Jetzt, nach einem halben Jahr, gibt es die Seite immer noch, sie wächst sogar und entwickelt sich.

Webseiten zu launchen unterscheidet sich schon sehr davon, ein Printmagazin zu entwickeln. Jedenfalls, wenn man es so macht wie wir. Bei einem Magazin hast du Grafiker, Art-Direktoren, Chefredakteure, Redakteure, die Verlagsleitung und die Anzeigenleute und weiß der Henker wen noch, und alle wollen, können und müssen ihre 2 Cent einbringen und mitmischen. Und dann gibt es da einen Stichtag, an dem ein fertiges Magazin am Kiosk liegen muss.

All das ist hier natürlich anders. Hier ist man alles in einer Person, kümmert sich um jeden Fetzen CSS, die Dicke eines jeden Strichs und jede einzelne Typogröße selbst. Man muss mit niemandem diskutieren, bekommt aber auch kaum Input. Man muss also sogar sein eigener Kritiker sein. Weitgehend jedenfalls. Der wichtigste Unterschied ist aber vielleicht, dass du am Ende kein fertiges Produkt in den Händen hälst. Selbst beim Launch hast du immer nur einen Zwischenstand, der jetzt gerade so ist wie er ist. Nie perfekt, höchstens irgendwie okay. Das ist dann schon alles, was man erwarten kann.

Aber es ist toll, ich mag es, immer wieder an der Typo zu schrauben, Plugins auszutesten, Updates einzuspielen und das Ding schneller zu machen. Wer braucht schon ein fertiges Produkt? Das Web ändert sich eh so schnell, dass man alle paar Wochen kritisch hinterfragen muss, ob das alles noch Sinn macht, wie es da gerade ist. Womit wir beim Thema wären.

Womit ich zufrieden bin

Überrascht hat mich, wie schnell wir mit einigen Themen in der Google-Suche weit oben gerankt haben. Bereits nach wenigen Tagen haben wir bei den Suchanfragen gesehen, dass wir da wohl einiges richtig gemacht haben. Dabei haben wir auf großes Keyword-Voodoo verzichtet und auch bewusst nicht so geschrieben, wie es SEO-orientierte Webseiten tun würden, mit viel Gerede um den heißen Brei, um möglichst alle potenziellen Suchbegriffe unterzubringen.

Die Entwicklung beim Ranking hat sich dann auch fortgesetzt. Bei einigen Suchanfragen liegen wir sogar auf Platz 1, vor sehr etablierten und einigen sehr SEO-gesteuerten Gartenseiten. Nur einen allgemeinen Pagerank haben wir noch nicht, was mich etwas wundert. Aber da muss man wohl Geduld haben.

Die Zahl der Besucher ist kontinuierlich gestiegen. Derzeit haben wir pro Monat rund 8-9000 Besucher und rund 20 – 30 000 Pageviews (laut Google Analytics). Für eine so junge Seite in einem so eng besetzten Umfeld finde ich das schon interessant.

Womit ich noch nicht so zufrieden bin

Wir hatten schon damit gerechnet, mehr „Likes“ zu bekommen und eigentlich gedacht, wir würden insbesondere auf Facebook mehr Resonanz finden. Wir wollen definitiv keine Freunde einkaufen, sondern einen ehrlichen Überblick im Bereich Social Media haben.

Ähnlich zurückhaltend wie bei Facebook gibt sich unser Publikum, wenn es um das Abonnieren des Newsletters geht. Hier müssen wir noch einmal die Kontur schärfen und besser kommunizieren, worin der Mehrwert liegt.

Daraus folgt recht zwingend, dass Google bislang unser wichtigster Trafficlieferant ist. Das ist zwar schön, wenn Google uns mag, aber noch schöner wäre es, wenn wir auch andere Quellen hätten.

Womit ich total unzufrieden bin

Eine steter Quell der Frustration ist mir die Frage, wie man so eine Seite nun am besten vermarktet. Wir haben etwas Google AdSense auf der Seite, aber ganz ehrlich, das Resultat ist mehr als ernüchternd. „Lousy Pennies“ ist da geradezu ein Euphemismus.

Was ich mir so an Vertical Networks angesehen habe, na ja, da gibt es Seiten, neben denen möchte man nicht auftauchen, gerade im Bereichen Wohnen, Haus und Garten. Da gibt es sehr schlechte Angebote, die auch nicht besser werden, wenn man sie als Paket verkauft.

Ich finde die ganze Online-Vermarktung sehr unübersichtlich und bewusst abschottend gestaltet. Da wird versucht, auf Teufel komm heraus ein Expertending zu konstruieren, in dem möglichst niemand mitspielen soll, der nicht dazugehört. Das Ziel ist natürlich, möglichst viel vom Rahm abzuschöpfen und den Contenlieferanten nur ein paar Reste rüberzureichen. Das ist jedenfalls mein Eindruck. Ich habe wirklich keine Berührungsängste, aber da stehe ich immer noch ziemlich konsterniert in der Gegend herum.

Wie es jetzt weitergeht

Ich habe von Anfang an Wert darauf gelegt, keine Plattitüden zu bedienen und keinen oberflächlichen Texte zu produzieren. Da sind wir uns im Team einig, und ich glaube, das konnten wir in den meisten Fällen auch einhalten. Vielleicht könnten wir mehr Facebook-Likes haben, wenn wir bunte Blumenbildchen teilen würden, aber irgendwas in uns sträubt sich dagegen. Wir wollen die kompetenteste und journalistischste Gartenwebseite im deutschen Netz sein, und dafür nehme ich auch eine längere Anlaufzeit in Kauf.

Das heißt nicht, dass wir nicht hier und da ein wenig experimentieren werden, auch mit populären Themen. Immerhin sehen wir ja recht deutlich, welche Themen besonders nachgefragt werden. Da werden wir im nächsten Jahr nachlegen, eventuell mit speziellen Sonderseiten oder mit eBooks. Ich könnte mir auch Tochterseiten vorstellen, die sich besonders populärer Themen annehmen.

Ausbauen wollen wir auch die Beteiligung von Experten. Mit Dr. Helmut Haardt konnten wir schon einen wirklichen Fachmann als Autoren gewinnen, was uns sehr gefreut hat. Daraus sind bereits Themen erwachsen, auf die wir von alleine nicht gekommen wären, die auf lange Sicht vielen Menschen weiterhelfen werden und wichtige ökologische Statements sind.

Grundsätzlich beibehalten werden wir auch die Philosophie, eine gestalterische Mischung zu finden, die sich eher an Einfachheit und Schlichtheit orientiert. Ich glaube, hier liegt ein wichtiges Geheimnis. Niemand auf Nutzerseite will super shiny, glossy Websites mit vielen Bells and Whistles. User wollen schnell und geradeaus informiert werden, in einer verständlichen Sprache und in einer möglichst unkomplizierten Form. Dabei muss Design unterstützen und trotzdem gut aussehen. Das ist unsere Sicht der Dinge, und ich hoffe (und denke), dass wir das bislang halbwegs gelungen umgesetzt haben.

 

 

Durch unser „Family business“ beim Reporterpool hat das Thema „Garten & Gardening“ in den letzten Jahren besonderes Gewicht bekommen. Wir haben über einen langen Zeitraum ein Gartenmagazin produziert und noch andere Dinge in diesem Bereich getan. Deshalb haben wir viel darüber nachgedacht, wie sich das Medienverhalten verändert, und haben intensiv beobachtet, wie sich die Medienangebote entwickeln. Weiterlesen